DIE BIBEL #02 und #03

(in der Übersetzung von NOVOFLOT) 


500 Jahre nachdem Luther seine 95 Thesen an das Portal der Wittenberger Schlosskirche nagelte, betrachtet NOVOFLOT das vorläufig amtliche Zwischenergebnis von fünf Jahrhunderten Reformation und nennt den Stand der Dinge beim Wort: der reformatorische Geist hilft zwar nach wie vor zuweilen der sogenannten Schwachheit auf, vielmehr jedoch verantwortet er Moralmonotonie und das Gefühl unüberbrückbarer Distanzen zwischen Mensch und Gott. Hier nun funkt NOVOFLOT dazwischen, entfacht die Utopie einer Gegenreformation aus dem Geiste Fernando Pessoas und stellt in den abschließenden Teilen ihres im Frühling auf dem Rosa-Luxemburg-Platz gestarteten Projektes Die Bibel (in der Übersetzung von Novoflot) musiktheatrale Räume zur Verfügung, in denen die Ankunft einer neuen, der Menschheit glückhaft verbundenen Götterschaft wahrscheinlich wird. Und dies mitten in der Stadt: Berlin Alexanderplatz. Für #2: Oase verbindet NOVOFLOT in der Parochialkirche eine Komposition Claudio Puntins mit Partiturresten aus Felix Mendelssohn-Bartholdys Oratorium „Elias“ zu einer (teil filmischen) Fata Morgana für Tänzer, Musiker, Vokalsolisten und Chor. Was hierauf in den Räumen eines ehemaligen Fitness-Clubs am Fernsehturm folgt, ist letztlich absehbar und wird (wie bereits in #1: Der Schrei) von Michael Wertmüller musikalisch konzipiert: #3: Im Fegefeuer.