DER SIEG ÜBER DIE SONNE

von NOVOFLOT nach der futuristischen Oper von Alexej Krutschonych, Welimir Chlebnikow, Michail Matjuschin und Kasimir Malewitsch

In Koproduktion mit Hamburger Bahnhof, Akademie der Künste Berlin, Radialsystem V und Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 

Uraufführungen von Moritz Gagern, Aleksandra Gryka, Klaus Lang, Martin Schüttler/original Kompositionen (1913) Michail Matjuschin/Posaune Improvisationen Nils Wogram 

1913 feierte in St. Petersburg eine Oper ihre Uraufführung, die mit einem Schlag eine ganze Gattung außer Funktion setzte. Mehrere Protagonisten der russischen Futurismusbewegung (unter ihnen der Künstler Kasimir Malewitsch) verknüpften in ihrem Werk mit dem Titel „Der Sieg über die Sonne“ scheinbar unvereinbare Elemente aus Malerei, Sprache, Komposition und Inszenierung zu einem künstlerischen Ereignis, das in jeder Hinsicht aufräumte mit aller Logik traditionellen musiktheatralen Erzählens. Die Aufführung ging als Skandal in die Geschichte ein und erschütterte die Herzen und Hirne einer ganzen städtischen Gesellschaft. Genau 100 Jahre später, zu Beginn eines Jahrhunderts, in dem von der Energie futuristischen Denkens und Erfindens kaum eine Spur zurückgeblieben scheint, nehmen NOVOFLOT und vier Komponisten das überlieferte Material der „Sonnen“-Oper zum Ausgangspunkt für einen Systemneustart. Auf den Bühnen von vier Kulturinstitutionen der Stadt (Akademie der Künste am Hanseatenweg, Hamburger Bahnhof, Radialsystem V und Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz) zeigen sie eine Woche lang fünf verschiedene Inszenierungen, darunter Trainingslager, Hirnbesichtigungen, Sternwarten und Parlamente der Zukunft. Der Zuschauer hat die freie Wahl, er kann eine Inszenierung sehen oder alle, drei in 24 Stunden oder vier an fünf Tagen, zwei mehrmals oder eine nur zur Hälfte. Die Oper „Der Sieg über die Sonne“ war und ist kein zusammenhängendes Werk. Sondern künstlerischer Ausdruck einer unbeherrschbaren Vielheit von Erwartungen, Notwendigkeiten und Aufbrüchen. Eine mehrteilige, aus alten und gegenwärtigen Klängen, Sprachen und Bildern geformte Ansage in angemessener Lautstärke.


Jahr
2014
Genre
Dokumentation
Regie (Doku)
Philip Kießling
Schnitt
Philip Kießling
Produktion
halbbild