NOVOFLOT IN KOPRODUKTION MIT RADIALSYSTEM ·V·

DAS WEIHNACHTSORAtorium

JOHANN SEBASTIAN BACH


Premiere am 16. Dezember 2009

Mit der szenischen Aufführung des Weihnachtsoratoriums entsteht in den Räumlichkeiten des Berliner RADIALSYSTEMS eine raumgreifende Begehung und Erkundung der Komposition. Parallel in mehreren Hallen und Etagen, in einem Rundgang durch das gesamte Gebäude, wird das Werk in einer eigenen Fassung für Sänger, Schauspieler, großen gemischten Chor, Knabenchor, Experimentalensemble und Orchester aufgeführt. Beteiligt sind hieran verschiedene Berliner Ensembles und international tätige Künstler wie der Knabenchor Berlin und Karl-Forster-Chor, das Solistenensemble Kaleidoskop, die Free Jazz Formation Bauer 4 (Conny Bauer, Johannes Bauer, Matthias Bauer, Louis Rastig) und Graft Architekten (Berlin, Los Angeles, Peking). Dabei entsteht ein Tableau, in dem die Konflikte als Überlagerung von gesellschaftlichen Widersprüchen sichtbar werden. Als Spektakel des öffentlichen Rituals einerseits. Und als Debakel des persönlichen Daseins andererseits. Dem Jauchzen und Frohlocken von damals wird die Trauer und die Not von heute gegenübergestellt. Und dem Jammern von heute die Wiedergeburt der utopistischen Erlösung von damals. Jede Kantate entsteht als eigene Bearbeitung. Aus dem Siechtum perfider Arrangements entpuppt sich das Original als Juwel. Mit diesem Projekt startet NOVOFLOT eine Bestandsaufnahme des Weihnachtsoratoriums unter anderem Vorzeichen. Einer Erkundung seiner szenischen Potentiale und einer ortbezogenen Suche nach den Schnittstellen, an denen Glaube, Liebe, Hoffnung möglich wird. In einer raumbezogenen Passage durch das Weihnachtsoratorium liegt der Versuch einer manischen Wiederentdeckung des dem Werk innewohnenden utopischen Potenzials. Aber auch eine spielerische Neugier und der Wunsch, eines der grandiosesten Werke der Musikgeschichte in allen seinen Bausteinen und Möglichkeiten neu zu erkunden. (Text: NOVOFLOT)


Länge
13' und 200'
Jahr
2009
Genre
Dokumentation
Regie (Doku)
Philip Kießling
Schnitt
Philip Kießling
Produktion 
Halbbild